"Der Blutige Pfad Gottes 2"

OT: "The Boondock Saints II: All Saints Day"

ACHTUNG DIESE KRITIK ENTHÄLT SPOILER!

OK, vorab: Als großer Fan des ersten Teils bin ich natürlich voreingenommen.
Ich liebe alles am 1. Boondock Saints - Story, Darsteller, Inszenierung, Soundtrack, etc.

Mit solch großen Fußstapfen, in die es zu treten gilt kann der zweite Teil doch nur enttäuschen.
Oder?

Nicht ganz!

Inszenierung/Handlung: 

 Der zweite BS hat - was ich sehr bedaure- NICHT mehr diese tolle, schnelle, weitestgehend Filterfreie Inszenierung und den realistischen Touch.


Der Film startet zwar mit einer wunderschönen Szene im Zufluchtsort der "Heiligen" und "Il Duce" in Irland. 

Sobald die Brüder allerdings vom Tod ihres Bekannten, einem Priester aus Boston, hören sind sie in windeseile auch schon wieder in Action.


Hier beginnt die eigentliche Handlung und auch die etwas gewöhnungsbedürftige Inszenierung im Stil des 70er Exploitation/Action/B-Movie Kinos.

Die Handlung ist einfach nur eine Mischung aus Weiterführung des bekannten Handlungsstrangs mit Ergänzung der Backstory von Il Duce.


Zu den Charakteren:
Die "Heiligen"-Familie (erneut Sean Patrick Flanery, Norman Reedus und Billy Connolly) weiß trotz (anfangs) neuartiger Inszenierung der Brüder durchaus zu überzeugen.

Sean Patrick Flanerys Spiel wirkt im Vergleich zum 1.Teil allerdings bedeutend hölzerner, was wohl nicht zuletzt an seinen scheinbaren Gesichts-OPs liegt.

Julie Benz und Peter Fonda mag ich normalerweise sehr.

Hier wird Benz allerdings auf ein (absolut lächerliches) Ripoff (Special Agent Eunice Bloom) von Willem Dafoes Charakter Paul Smecker aus dem ersten Teil reduziert und Fonda hat in etwa so viel Screentime wie die Fliege aus Troy Duffys Schei*haus.

So kann man Talent auch verschwenden!

Nach Roccos Tod im 1. BS muss natürlich ein neuer Sidekick her.
Dieser ist nach wenigen Minuten auch schnell in Form von Romeo (Clifton Collins Jr.) gefunden, der später im Film eine der unterhaltsamsten One-Liner des ganzen Films raushaut und zwar

"Ding-Dong Motherf***er! DING DONG!"

 

Soundtrack:
Für den Film spricht auch der erneut gelungene Soundtrack - besonders der Remix des altbekannten "The Blood of Cuchulainn" ("Blood Of Cu Chulainn 2010" by Jeff Danna & Mychael Danna) und das großartige "The Saints Are Coming" by The Dirges (nur auf dem OST, nicht im Film) sind hier hervorzuheben.

(Auch die Original Version von The Skids, welche im Abspann läuft, ist überaus empfehlenswert!)

 


Zusätzlich unterhaltsam ist es OHNE imdb alle Anspielungen auf andere Filme zu erkennen.

Das Ende bietet zudem für alle Fans des Vorgängers einen kleinen Gastauftritt, der auf einen dritten Teil hoffen lässt.


FAZIT:
Alles in allem ein recht unterhaltsamer Film - vor allem wenn man sich darauf einstellt eher ein B-Movie zu sehen und keine wirklich ernst gemeinte Fortsetzung.
Auch wenn man mit "The Boondock Saints II: All Saints Day" keinen wirklich gelungenen zweiten Teil geboten bekommt, langweilt man sich zumindest zu keiner Zeit.

Ich für meine Sache hoffe auf einen (besseren) dritten Teil und schließe mit einer Empfehlung für alle B-Movie Fans mit niedrigen Erwartungen.

Fans seien hiermit vor Enttäuschung gewarnt.

 

Wertung: 5/10

The Boondock Saints II: All Saints Day (2009) on IMDb

Trailer:

Regie: Troy Duffy

Darsteller: Sean Patrick Flanery, Norman Reedus, Billy Connolly, Clifton Collins Jr., Peter Fonda

Altersfreigabe: Gekürzt: FSK 18 / Uncut-Fassung: SPIO/JK ksJ

USA/2009

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